Lasius niger nicht umsonst empfohlen

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User3165
Halter
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Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von User3165 »

Hallo!

Ich glaube, vor kurzem einen ähnlichen Beitrag von einem viel erfahrenerem Halter gesehen zu haben, finde ihn aber leider nicht mehr...

Hier möchte ich nur kurz meinen Senf zum Thema "Lasius niger als ideale Art für Einsteiger" abgeben:

Lasius (Lasius s. str.) niger gilt als die ideale Einsteigerart. Was für mich ein Grund war, mich vor allem nach "anderen" Arten Ausschau zu halten. Natürlich wurden anfangs alle Gynen eingesammelt, aber was ich letztendlich halten wollte, stand noch nicht fest(den Stand der Dinge kennt ihr ja, siehe Link). Aber der empfohlenen Art, die so gut wie überall vorkommt und von jedem gehalten wird, stand ich eher... MEH gegenüber, trotz all der Argumente, die von erfahrenen Haltern kommen.

Inzwischen hat sich meine Meinung geändert, obwohl meine gerade erst aus der Gründungsphase raus sind. Auch ich kann Lasius niger nur wärmstens empfehlen, bisweilen entwickelt sie sich von all meinen Kolonien am schnellsten, die etwas älteren würden bereits überholt.

Wenn eine erste Hürde, die Geduldsprobe bis zu den ersten Arbeiterinnen, überwunden ist. Wird man schnell mit Außenaktivität, Bautätigkeiten und rasantem Zuwachs belohnt. Auch Rekrutierung wird man bald beobachten können.

Lasius niger ist nicht nur die 0815-Ameise von vor der Haustüre. Sie ist weit verbreitet, das stimmt, aber das bestätigt doch nur, dass sie gut geeignet ist, denn 1. muss sie sich dafür schnell vermehren, 2. muss sie sich wehren können, und 3. kann sie sich in vielen verschiedenen Habitaten ansiedeln. Sie ist leicht zu halten, aber deswegen nicht weniger interessant!

Die Art wächst schnell, ist aggressiv, leicht zu halten und gut zu beobachten.

Die einzigen Ansprüche, die man an eine Einsteigerart noch stellen kann, sind, dass sie nicht überwintern, und die Größe/Färbung. Grob gesagt fallen parallel bei den meisten Arten allerdings die positiven Punkte Haltungsbedingungen und Wachstum wieder weg.

Kurz: Lasius niger wird oft für Einsteiger empfohlen. Aber nicht nur, weil sie weit verbreitet ist und leicht zu halten. Sondern weil sie tatsächlich sehr gut geeignet ist.
Ich wollte das unterbewusst nicht wirklich annehmen. Und ich glaube auch nicht, dass man Leute wie mich davon überzeugt erzeugen kann, bevor sie die Erfahrung selbst machen. Aber der ein oder andere davon überlegt sich vielleicht nochmal, ob er die schwarze Wegameise nicht doch in Betracht zieht ;)

Ach ja, beinahe vergessen. Zwei kurze Clips einer Lasius cf. niger Kolonie. Die Gyne wurde am 4. Juli einzeln gefangen, die Kolonie ist also erst knappe 2 Monate alt. Sie umfasst momentan ca. 20 Arbeiterinnen und, wie man sehen kann, sehr viel Brut.




PS: Das ist nicht ihr Müll Haufen, sondern getrocknete und gecrushte Fliegen.
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Antertainer
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von Antertainer »

Schöner Beitrag.
Ich starte jetzt mit 2 Lasius niger, einer Lasius cf. flavus und 2 Myrmica.
Die Lasius niger habe ich als erstes gafangen und sie hat auch schon den größten Haufen an Brut.
Ich bin gespannt.
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Harry4ANT
Moderator
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von Harry4ANT »

Genau so muss das aussehen:

Ein sauberes RG Nest, eine gut genährte Königin mit vollem Gaster mit der ersten Generation Arbeiterinnen und die 2te, 3te und 4te Generation schon am Start :clap:
A.octospinosus_ 4) _C.cosmicus_ 4) _T.nylanderi_ 4) _C.nicobarensis_ 4) _P.megacephala_ 4) _A.gracilipes_ 4) _M. barbarus_ 4) _C.japonicus_ 4) _C.fellah
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Kalinova
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von Kalinova »

User3165 hat geschrieben:Hallo!

Ich glaube, vor kurzem einen ähnlichen Beitrag von einem viel erfahrenerem Halter gesehen zu haben, finde ihn aber leider nicht mehr...


Könnte es dieser Abschnitt aus dem Wissensteil sein?

1.1.3 Ein Plädoyer für Lasius niger
Januar 2006 habe ich angefangen mich mit der Ameisenhaltung zu beschäftigen.
Es war gerade Winterruhe angesagt (vielleicht nicht das schlechteste) und so konnte ich mich erst einmal ein wenig mit der Theorie beschäftigen.
Ich entschied mich dann dafür bei meiner ersten Ameisenart in den "sauren Apfel" zu beißen und wählte eine Lasius niger Königin mit ein paar Arbeiterinnen der ersten Generation.
Saurer Apfel deswegen, weil mir diese Wahl damals nicht besonders interessant erschien,
so eine langweilige 0815 Ameise, die man halt nehmen muss, weil es alle so machen.
Man will ja in den Foren nicht angepöbelt werden, weil man mit einer zu schwierigen Art anfängt.
Und klein sind die auch noch, haben keine Kasten, sehen alle gleich aus...nöl, jammer..
Anfang März habe ich dann meine Kolonie erhalten, 1 Königin mit 8 Arbeiterinnen.
In der Tat war es am Anfang nicht besonders spannend.
Bei einer Kolonie dieser Größe ist nunmal wenig zu sehen, denn die Tiere zeigen kaum Außenaktivität und sind fast ausschließlich im Nest aktiv.
Aber man lernt dadurch eine wirklich wichtige Eigenschaft, die in der Ameisenhaltung dringend benötigt wird.
Ich weiß, viele andere Halter haben das schon vor mir gesagt, aber man lernt tatsächlich geduldig zu sein und abzuwarten.

Ein knappes halbes Jahr später ist die Kolonie auf schätzungsweise über 200 Tiere angewachsen.
Vor 2 Wochen sind sie dann auch endlich mal aus ihrem Reagenzglasnest ausgezogen (Geduld muss man haben) und nun lassen sie sich auch bei ihren Nestaktivitäten sehr gut beobachten.
Von Langeweile jedenfalls keine Spur mehr, ständig sind 20 bis 30 Ameisen dabei, die Arena zu erkunden und bei der Fütterung kommt es zu Tumulten und Massenaufläufen.
Entdeckt eine Ameise ein Futterinsekt, so rennt sie wie von der Tarantel gestochen davon, keine 2 Sekunden später kommen aus allen Winkeln der Arena
ihre Kolleginnen zusammengeströmt und werfen sich mit bis zu 50 Tieren gemeinsam auf die Beute.
Ich kann nur spekulieren wie viel Aktion man bei noch deutlich größeren Kolonien erleben kann,
aber ich kann nur sagen, dass ich meine anfängliche Meinung über Lasius niger längst revidiert habe und sie weitaus öfter beobachte als meine großen,
majestätischen Camponotus ligniperdus.

Ich will damit nur sagen das Lasius niger auf keinen Fall die doofe, langweilige Anfängerart ist, die eigentlich niemand halten will, auch wenn ich das selber am Anfang dachte.
Sie sind bestimmt nicht langweilig, sie sind extrem lebhaft und absolut furchtlos.
Noch dazu vermehren sie sich äußerst schnell, sind pflegeleicht und verzeihen so manchen Fehler bei der Haltung.
Ok, keins meiner Argumente ist sonderlich neu, ich wollte das nur alles noch eimal zusammenfassen, damit Anfänger vielleicht nicht direkt mit ausgefalleneren Arten,
oder sogar Exoten anfangen, nur weil ihnen Lasius niger als zu langweilig erscheint.
Jede Ameisenkolonie erfordert sehr viel Geduld, bevor man als Halter ordentlich was zu sehen bekommt,
Bei Exoten oder vielen großen Arten wie Camponotus ligniperdus dauert dies noch wesentlich länger als bei Lasius niger, Lasius niger,
Bei denen man schon nach relativ kurzer Zeit für seine Geduld belohnt wird."
Geschrieben von Rodion


Auch ich habe damals (das klingt solang, ist aber auch erst 2 Jahre her :rolleyes: ) mit Lasius niger angefangen. Einfach um eine unkomplizierte Art zu haben bei der ich mir die Ameisenhaltung mal "anschauen" kann, die Option sie wieder freilassen zu können, wenn es mir doch nicht zusagt (ich wusste das die Königin in meiner Stadt gesammelt wurde) war auch ein wichtiger Punkt. Ich war wirklich angetan von den kleinen Rabauken und hätte gerne miterlebt wie sie zu einem stattlichen Volk heranwachsen. Dies war mir leider nicht vergönnt jedoch konnte ich einen schönen Einblick in die Ameisenhaltung erhalten.

Du hast hier einen tollen Beitrag geschrieben User3165, gefällt mir sehr gut. :clap:

Gruß Kalinova
Meine erste Ameise: Lasius niger -> weisellos abgegeben für Chthonolasius Gründungsversuch
Aktuelles Volk: Camponotus cosmicus

Links: Wissensteil, Regeln
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User3165
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von User3165 »

Kalinova hat geschrieben:Könnte es dieser Abschnitt aus dem Wissensteil sein?

1.1.3 Ein Plädoyer für Lasius niger
Januar 2006 habe ich angefangen mich mit der Ameisenhaltung zu beschäftigen.
Es war gerade Winterruhe angesagt...


Ähm, ja, genau das meine ich... und offenbar hab ich davon mehr unbewusst eingespeichert als ich dachte :rolleyes:

Dankesehr!
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Sir Joe
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von Sir Joe »

Auch ich finde, dass Lasius niger zu Recht als „Die Einsteigerart schlechthin“ beschrieben wird und habe dies auch hier schon mal geäußert.

" von Sir Joe » 17. Februar, 2017, 18:28"] Drei Wochen Urlaub sollte dann kein Problem mehr sein in Bezug auf die Nestfeuchte. Lasius niger ist da eh recht hart im nehmen und kann auch mal eine Trockenperiode abhaben. Nicht umsonst wird diese Art so oft als "die Einsteigerart schlechthin" gepriesen und auch in freier Natur müssen sie mal mit längeren Trockenzeiten klar kommen. Mindestens eine gefüllte Tränke in der Arena ist aber trotzdem Pflicht.


Jeder der glaubt die kleinen sind langweilige Ameisen, weil sie überall zu finden sind und jeder sie zu halten scheint, der irrt. Sie sind, wie du schon sagst, nicht umsonst empfohlen.

- Anschaffung umsonst, da beim Schwarmflug so ziemlich jeder fündig wird (ansonsten günstig in den Shops zu erwerben)
- Einfache Gründung, da keine zusätzliche Versorgung nötig (claustral)
- Äußerst widerstandsfähig – verzeiht Anfängerfehler wie längere Unterversorgung und kommt mit großen Feuchtigkeitsunterschieden zurecht
- Für eine einheimische Art ein schnelles Wachstum der Kolonie
- Im Gegensatz zu Exoten ist die Möglichkeit einer Auswilderung ist gegeben

Wengleich die Winterruhe auch ein gewisses Risiko mit sich bringt, muss diese nicht unbedingt als Contra gewertet werden. Man hat als Halter in dieser Zeit auch mal Ruhe vor seinen Schützlingen und kann sich ganz der Theorie widmen. Man hat genug Zeit zum planen, umgestalten oder für ein Neubau von Arenen und Nestern, die in der kommenden Saison Verwendung finden sollen.

Anzumerken wäre auch noch, dass Lasius niger einem spätestens im dritten Jahr zeigen wird, wie wichtig ein guter Ausbruchsschutz ist.
Die langfristig zu erwartende Koloniegröße ist eventuell ein Punkt der viele überfordern könnte.

Ich jedenfalls möchte meine Lasius niger auch nicht missen und hoffe die kleinen noch viele Jahre halten zu können.

Harry4ANT hat geschrieben:Ein sauberes RG Nest, eine gut genährte Königin mit vollem Gaster mit der ersten Generation Arbeiterinnen und die 2te, 3te und 4te Generation schon am Start :clap:


Nur der Richtigkeit halber, du verwechselst verschiedenen Generationen mit einzelnen Bruten. Alle Nachkommen der Königin gehören derselben Generation an. Ob diese nun in der ersten Woche, dem zweiten oder fünften Jahr schlüpfen spielt dabei keine Rolle.

Schöne Grüße
Sir Joe
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Harry4ANT
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von Harry4ANT »

Nur der Richtigkeit halber, du verwechselst verschiedenen Generationen mit einzelnen Bruten. Alle Nachkommen der Königin gehören derselben Generation an. Ob diese nun in der ersten Woche, dem zweiten oder fünften Jahr schlüpfen spielt dabei keine Rolle. [/youtube]
Hast du natürlich recht - ist bezogen auf die "Brut-Welle" der Königin ;)

Hier mal ein kleiner Nesteinblick bei Lasius niger im 3D Nest - waren im April diesen Jahres noch 7 Damen mit etwas Brut. Entwickeln sich sehr gut in dem Nest.
Denke die gehen eher 4-stellig in die Winterruhe :) :


A.octospinosus_ 4) _C.cosmicus_ 4) _T.nylanderi_ 4) _C.nicobarensis_ 4) _P.megacephala_ 4) _A.gracilipes_ 4) _M. barbarus_ 4) _C.japonicus_ 4) _C.fellah
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Erne
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Re: Lasius niger nicht umsonst empfohlen

Beitrag von Erne »

Nur eine Generation?
Wie sieht das aus, wenn Königinnen von mehreren Männchen begattet wurden?

Grüße Wolfgang
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