Hallo Phlong!
Kurz gesagt: Ja, ich denke, ein Anfänger kann sich ohne Probleme mit einer
Formica cunicularia Kolonie beschäftigen.
Weiter ausgeholt: Wie schon bei der Artbeschreibung erwähnt, ist sie für Anfänger geeignet. Wenn man sie einfach mal haltungstechnisch grob mit
der Einsteigerart schlechthin (
Lasius niger) vergleicht, bleibt nur zu sagen, dass man sie etwas trockener halten sollte. Aus meiner Sicht würde ich ein Nest empfehlen, welches zu ca. einem Drittel feucht und zu zwei Dritteln trockener ist. Das kommt dann ungefähr mit dem Verhältnis Eier/
Larven (feucht) zu
Puppen (trocken) hin.
Zum Aussehen: Sie sind schon etwas größer als
Lasius niger, was bei der Beobachtung leichte Vorteile bringt. Der auf Makrofotos manchmal erkennbare Rotanteil ist mit bloßem Auge, wenn man nicht mit der Nase an der Nestscheibe klebt, weniger gut erkennbar als bei der ein oder anderen
(Servi)formica-Art. Mich stört's nicht.
Zum Habitus: Im Vergleich zu
Lasius niger sind's doch manchmal schon Schisser. Wenn irgendwas noch zappelt, halten sie sich gerne zurück, während
L.n. der Beute sofort an den Hals springt. Auch habe ich die Beobachtung gemacht, dass sie auf Neststörungen viel schneller und wesentlich hektischer reagieren. Da wird sofort die
Brut gepackt und irgendwo hin gebracht, Hauptsache weg von da, wo sie herkommen. Ein wenig mehr Fingerspitzengefühl wäre nicht unangebracht.
In der zweiten Saison waren sie allerdings schon etwas gefestigter. Wenn sie am Honig waren und man sich mit dem Finger vorsichtig genähert hat, konnte es passieren, dass eine neugierige Arbeiterin aufgesprungen ist, um das neue Territorium zu erkunden.

Vorteilhaft ist in meinen subjektiven Augen der nicht ganz so starke Drang der Reviervergrößerung. Wenn ich mich recht entsinne, sind mir zwar schon mal ein oder zwei ausgebüxt. Das war aber meine Schuld, weil ich den Ausbruchschutz vernachlässigt hatte.
Ich hoffe, das beantwortet deine Frage halbwegs. Ansonsten einfach nochmal melden.
So, und nun noch was
in eigener Sache: Leider liegt der Haltungsbericht seit Juli letzten Jahres brach. In naher Zukunft werde ich mich wieder um die Fortführung kümmern. Soviel sei schon mal vorab gesagt: Dramatische Veränderungen gab's nicht, sie leben noch und werden demnächst ausgewintert.
Grüße
Kyne