Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
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Gabriel
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AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von Gabriel »

Hallo Noktar

Es handelt sich um eine Art der Gattung Tapinoma. Welche Art genau, können dir hier wahrscheinlich nur sehr wenige, wenn fast gar keiner sagen. Diese Art kann aber wahrscheinlich die Argentinische Ameise auch nicht für sehr lange Zeit abschrecken. Wenn du bei Google suchst, hast du wahrscheinlich mehr Glück.
Was mich noch interessieren würde, ob auch schon in der Schweiz Linepithema humile gesichtet wurde.

LG Gabriel
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Noktar
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AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von Noktar »

Ich glaube, in dem Film wird von Tapinoma generell gesagt, dass sie den Ameisen Parolie bieten kann, aber nicht stark genug sind, sie zu vertreiben.
Ameisen sind die Könige des Waldes :twak:
Gast_

AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von Gast_ »

Hola Claudia,

PS an Abadon: Das in Spanien erhältliche Spray "Zum" (rote Dosen) hilft aus unserer Erfahrung am besten, "Oro" (schwarze Dosen) funktioniert auch, wenn auch nicht so gut. Allerdings handelt es sich nicht gerade um "Bioprodukte". Alle wenigstens halbwegs biologischen Bekämpfungsversuche unsererseits haben versagt, und wir haben wirklich viele ausprobiert.
Wg. der Sprays: Habe mittelbar selber Erfahrungen mit massivem Befall der argentinischen Ameise machen müssen, das sprühen bringt dabei m.E. nur oberflächlichen (kosmetischen) Erfolg, da das Gift lediglich die besprühten Ameisen niederstreckt!
Abgesehen davon haust du dir das Zeug auch noch selber in die Lunge...

Besser ist es, langfristig Fraßköder (Köderdosen) auszubringen, die u.a. auch an die Königinnen und die Larven im Nest weiter getragen werden. Damit "erwischst" du etliche mehr:
Maxforce Quantum ([font=arial]0.03% Imidacloprid, [/font]Bayer) z.B., sowie Borsäure (Borax).

Ganz los wirst du die Linepithema humile allerdings nie..

Wenn du ernsthaftes Interesse an Rezeptur und Verabreichung dieser Giftköder hast, schick mir kurz eine PN.

Saludos,
stefan87
Gast_

AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von Gast_ »

@ Gabriel:

Was mich noch interessieren würde, ob auch schon in der Schweiz Linepithema humile gesichtet wurde.
Hier eine Auflistung gemeldeter (!) Sichtungen "tropischer" Ameisen in der Schweiz (Stand 2010):

http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/gud/Deutsch/Gesundheit/Gesundheitsschutz%20und%20Hygiene/Beratung%20Schaedlingsbekaempfung/weitere%20Dokumente/Tabelle%20tropische%20Ameisenarten%20bis%202010.pdf

Du siehst, es geht schon los, bzw. sie sind schon lange da!

Viele Grüße

P.S.: Sorry, Abadon, für´s "reinschmieren", vielleicht empfiehlt sich ein eigener Diskussions-thread?
P.P.S.: Claudia, danke für deine PN, melde mich morgen ausführlich bei dir!

edit: @ Gabriel, danke auch dir für deine PN. Ja, noch hält sich die Ausbreitung in der Schweiz in Grenzen. Ich werde mal schauen, ob ich (in Zukunft) aktuellere Meldungen auftreiben kann..
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lanza-claudia
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AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von lanza-claudia »

Hallo in die Runde,

die Argentinischen Ameisen sind in den Wintermonaten hier recht träge gewesen, aber nun geht's wieder los mit den kleinen Plagegeistern. Also unterbreche auch ich meine Forenwinterruhe.

stefan87 hatte kurz erwähnt, wie zumindest eine teilweise Bekämpfung klappen könnte,

stefan87 hat geschrieben:Besser ist es, langfristig Fraßköder (Köderdosen) auszubringen, die u.a. auch an die Königinnen und die Larven im Nest weiter getragen werden. Damit "erwischst" du etliche mehr:
Maxforce Quantum (0.03% Imidacloprid, Bayer) z.B., sowie Borsäure (Borax).

Ganz los wirst du die Linepithema humile allerdings nie..


und er war so freundlich, mir die Langfassung zuzusenden.

Nun haben wir also unseren Versuch gestartet und haben uns erst einmal Borax besorgt. Zur Info: Der Verkauf an Privatpersonen ist in der EU offenbar mittlerweile verboten, aber in der Schweiz noch nicht, so dass wir uns über Schweizer Freunde das weiße Pulver besorgt haben. Maxforce Quantum bekommen wir demnächst aus Deutschland mitgebracht, um nach einigen Wochen der Fütterung mit Borax für Abwechslung auf dem giftigen Speiseplan zu sorgen – wie es im Langtext empfohlen wurde.

Wir stehen ganz am Anfang unseres Experiments und noch in der Findungsphase, in welcher Dosierung und Mischung die Ameisen besonders großes Interesse an der Giftmischung zeigen. Dazu haben wir von einer größeren Wasserflasche den Flaschenboden abgeschnitten, der in mehrere Vertiefungen aufgeteilt und deshalb ziemlich ideal ist zur Darreichung der verschiedenen Kostproben (erinnert mich ein wenig an die in den 80er Jahren besonders beliebten Fondueteller mit den Saucen"abteilen"..). Das sieht dann so aus:

[ATTACH]28901[/ATTACH]

Neulich haben wir zur Abwechslung Thunfisch an Borax, Borax-Puderzucker, Camembert an Borax und geriebenen Hartkäse an Borax getestet.

Unsere Beobachtungen haben folgendes ergeben: Der Camembert ist unbeliebt; wenig los ist auf der Puderzucker-Mischung, einigermaßen gut geht der geriebene Hartkäse. Der ansonsten sehr beliebte Thunfisch wurde zunächst auch belagert, allerdings lagen nach einiger Zeit einige Ameisen tot direkt neben den Thunfischstücken – und fortan wurde der Rest gemieden! Vielleicht wirkt Borax, wenn es feucht wird (durch die Thunfischstücke) schneller?

Vielleicht könnt Ihr uns noch Tipps geben, mit welchen Ingredienzien und insbesondere in welchem Mischungsverhältnis wir es noch probieren könnten? Denn irgendwie verhalten sich die Ameisen sehr viel zurückhaltender, sobald Borax im Spiel ist (die Thunfischstücke und der Camembert wären ohne Borax im Nu weg gewesen..).

Nun hoffe ich, dass ich Euch nicht langweile mit unseren Ameisenbekämpfungsexperimenten, ... und dass uns kein Ameisenschützer anzeigt.

claudia
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NIPIAN
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AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von NIPIAN »

Hoi,


im Falle von Linepithema humile wird es keine Ameisenschützer geben.

Borate wirken auf alle Verbindungen per Komplexbildung benachbarter Hydroxylgruppen - also auf so ziemlich alles biologisch Abbaubare. Dazu muss es in Lösung mit Wasser vorliegen.
Wenn bereits um die Futterquelle herum die Arbeiterinnen versterben, ist die Dosis zu hoch; es sei denn, die Arbeiterinnen sind ein zweites, drittes... Mal an der Futterquelle anzutreffen, bevor sie den Geist aufgeben. Meiden die Arbeiterinnen den aktuellen Futterplatz, einfach einen weiteren, kontaminierten an anderer Stelle mit einem anderen Futter aufbauen. Zum Beispiel mit Zucker-/Honiglösung.

Die Wirkung der Borate nimmt mit dem Verteilungsvolumen (sprich: mehr Sozialmägen dazwischen geschaltet = größeres Verteilungsvolumen = geringere Wirkung, da Abwehrmechanismen besser greifen) ab. Also wirst Du das Gift durchaus mehrere Wochen einsetzen müssen, wenn die Arbeiterinnen das Futtermittel ab einer gewissen Konzentration meiden - oder Du reduzierst die Dosis, vielleicht lässt sich die Anwendungsdauer reduzieren (zu viel Gift wird angeboten, deshalb gemieden, somit wird zu wenig aufgenommen und das Wenige zu gut auf die im Bau befindlichen verteilt -> Abwehrmechanismen greifen wieder). Bis die Dosis zu niedrig ist, dann verlängert sich die Anwendungsdauer wieder. Ist also Fingerspitzengefühl gefragt - wie beim Onkel Doktor.
DermitderMeise
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AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von DermitderMeise »

Hi Claudia,
schön wieder etwas von dir zu lesen!
Noch einige Gedanken zum Insektizid-/Borax-Einsatz, denn oft - nicht immer ;) - machen sich Behördenmenschen sinnvolle Gedanken bevor sie etwas verbieten; wo und wozu möchtet ihr das Gift einsetzen? Im Freiland ergibt der Einsatz gegen die Argentinische Ameise m. E. nicht viel Sinn, denn dort sind alle angefütterten Arten von der Wirkung betroffen. Sofern bei dir noch andere Arten vorkommen, werden diese durch das Gift ebenfalls geschädigt und können wg. der Dominanz der Arg. Am. das Gebiet vermutlich nicht oder nur sehr langsam wiederbesiedeln, während das Problemkind einfach wieder aus der direkten Nachbarschaft zuwandert.
Und, auch wenn Borsäure für uns nur wenig giftig ist, so gilt sie doch als fruchtschädigend (Quelle, PDF) und die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus wie auch die physiologische & ökologische Wirkung im größeren Maßstab sind völlig unzureichend erforscht, daher sollte zumindest der Einsatz im Außengelände unter einer gewissen Skepsis erfolgen.
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lanza-claudia
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AW: Bestimmung einer dominanten Art [Linepithema humile]

Beitrag von lanza-claudia »

Hi,

ja, die Ameisen - nicht nur die Argentinische Ameisen - werden so langsam wieder aktiv hier, dann kam mir das Forum wieder in den Sinn ;).

Heute früh habe ich es gleich mit einer Honig-Zuckermischung versucht, und diese nur mit einer klitzekleinen Prise Borax gewürzt. Noch haben sie kein Interesse daran gezeigt. Mittlerweile habe ich den Verdacht, dass die nicht zu jeder Zeit dasselbe Interesse für bestimmte Speisen, etwa besonders Süßes oder Proteinhaltiges haben. Das werden wir jetzt einfach mal weiter testen.

Wir passen natürlich darauf auf, dass es keine Kollateralschäden gibt und stellen die Köder unmittelbar an den Ausgang eines Baus, decken alles so ab, dass nur noch Ameisen an die Köder kommen. Andere Ameisenarten trauen sich eh nur selten in die Nähe eines Baus der A. A.. Und wenn das mal geschieht, werden sie sofort attackiert; selbst wenn sie noch so groß sind.

claudia
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