Danke für das hineinkopieren der zweiten Liste.
Einige deiner Gedankengänge habe ich mir auch schon gemacht, z. B. den hier:
benai hat geschrieben:Exoten werden wohl spätestens im Winter eingehen oder von unseren Arten aufgefressen werden, da wenn eine Kolonie ausbricht das ja nicht heißt das sie sich auch vermehren und damit etablieren kann die wenigstens Arten können aus sich heraus Kolonien gründen und selbst dann müssen die Parameter stimmen wenn es zu kalt ist wird auch dann aus der ganzen Sache nichts. Selbst wenn 40 Kolonien ausbrechen müssten diese ja geografisch so Nahe beisammen liegen das ein Schwarmflug überhaupt zu einem Erfolg führen kann [...].
Das sollte zumindest bei Arten mit regulärem Schwarmflug der Fall sein. Wenn die Kolonien so einfach zu züchten wären, dann würde sich ja kein Händler die Mühe machen und die Tiere nach Deutschland einführen. Das eine Vermehrung über mehrere Generationen im Freien stattfinden kann halte ich ebenfalls für sehr unwahrscheinlich. Wie gesagt, dies nur in Bezug auf Arten, die einen normalen Schwarmflug durchführen.
Wie du schon richtig sagst, liegt die Ursache hinter dem ganzen im Wirtschaftssystem, an dem wir nunmal alle hängen. Aus dem Wunsch Exoten zu halten entsteht ein Bedürfnis, was für die Wirtschaft eine Nachfrage nach dem "Produkt" bedeutet. Den Spielregeln des Handels entsprechend wird der Markt Wege finden diese Nachfrage zu decken. Jeder bekommt auch mit, wie sich das Umfeld, sei es die Nachbarin oder der Arbeitskollege, lang gehegte Wünsche erfüllen und wie positiv die Selbsverwirklichung in unserer Gesellschaft gesehen wird. Dadurch sinkt die Hemmschwelle auf einen selbst bezogen deutlich, falls eine solche überhaupt noch existiert, und man erfüllt sich den Wunsch ein exotisches Tier zu halten.
Bei mir ist es halt so, dass ich immer davon geträumt habe, einheimische Arten zu halten, und diesen Traum habe ich mir erfüllt. Die Faszination für die einheimischen Ameisenarten ist bei mir auch nach Jahren der Ameisenhaltung erhalten geblieben. Das ist der einzige Grund warum ich noch keine Exoten gehalten habe (wobei ich es für die Zukunft nicht ausschließen möchte).
Der Gedanke daran, jemanden wegen der Erfüllung seiner Wünsche im gegenwärtigen Wirtschaftssystem zu verurteilen, erscheint mir absurd.
Die Grenze verläuft für mich an dem Punkt, wo andere Menschen beeinträchtigt werden. Meint also jemand sich eine Kolonie Pharaoameisen ins freistehende Einfamilienhaus holen zu müssen, so kann er sich in erster Linie nur selbst schaden, wenn er den Kammerjäger bezahlen muss oder sich gar der Wert seiner Immobilie verringert.
Wenn der Schauplatz aber ein Mehrfamilienhaus ist, und unbeteiligte Personen sich im schlimmsten Fall über die Pharaoameisen mit Krankheiten infizieren, dann ist aus meiner Sicht klar eine Grenze überschritten. Letztendlich ist es aber der Gesetzgeber, der die jeweiligen Spielregeln bestimmt. Das Appellieren an die Vernunft der Leute sehe ich als hoffnungslos, da müssen schon eindeutige Gesetze her.