Ich habe die letzten 3 Wochen etwas sehr (für mich!) seltsames bei meiner Kolonie beobachten können. Dazu werfe ich mal eine kleine Frage in den Raum.

Ich habe derzeit eine Camponotus ligniperdus Kolonie in der Gründungsphase (derzeit 10 Imagines, 1 Puppe, und ca. 15 kleine Larven im Afangsstadium). Die Gyne ist ein Eigenfang vom 25. Mai 2010.
Die Gründungsphase verlief ausgezeichnet, zuerst wurden die 10 Imagines groß gezogen, nachdem da alle geschlüpft waren, wurde eine weitere Larve aus dem zweiten Brutschub (es waren etwa 5 - 10 Larven im ersten Stadium). Diese verpuppte sich plangemäß letzte Woche Donnerstag. Allerdings haben sie seit fast 3 Wochen keine Proteinhaltige Nahrung mehr angenommen. Also großziehen tun sie wie gesagt schon länger nicht mehr effektiv. Die eine Larve werden sie wohl noch aus den Reserven groß gezogen haben. Mitte August ist schon noch etwas früh, wenns draußen noch 32 Grad hat im Normalfall!? -> Wenn ich mich da irre, bitte aufklären, normalerweise blühen sie doch bei den Bedingungen erst richtig auf!
Es hat bei uns seit dem 4. August fast durchgeregnet mit insgesamt 3 - 4 Sonnentagen. An den meisten Tagen war es kühl mit Temperaturen um die 10 (!) bis 15 Grad. Über 25 Grad hatten wir nur 2 mal glaub ich. Das ist deshalb wichig, weil ich sie unter relativ stark schwankenden Bedingungen halte. Sie stehen über der Garage, in einem unbeheizten Zimmer, aber wenns draußen 15 Grad hat, dann kanns da drin schon ganz schon kühl werden ^^
Ich so natürliche Bedingungen wie möglich schaffen.
Kann es sein, dass dieser Temperatursturz Anfang August sie dann noch "husch husch" eine Larve aufzuziehen mit den Reserven, aber den Außenbetrieb komplett einstellen? Die letzten beiden Tage war es wieder extrem warm und schwül, aber sie haben immernoch nichts eingetragen und bewegen sich auch träge. Außerdem kann man eine Traubenbildung sehen, die Königin mit geneigtem Kopf, bewegt sich kaum. (Sie lebt auf jeden Fall ^^)
Davor konnte ich sie in der Nacht, bevor ich schlafen ging, fast jeden Abend beobachten, wie eine Arbeiterin draußen war und Honig geholt hat. Die Stechmücken wurden gierig genommen, teilweise sogar 2 - 3 in einer Nacht. Auch Fliegen dazwischen immer wieder gerne. Beim Honig habe ich sie auch öfters beobachten können. Hat also alles gestimmt, es ging ihnen gut.
Das war dazu noch eine frühe Gyne, die am 25. Mai geschwärmt ist. Das war der erste warme Tag nach längerer Regenzeit. Das richtige Schwärmen ging dann aber erst am 1. Juni über die Bühne. Könnte das einen Einfluss auf ihre innere Uhr haben? Zusätzlich mit den Temperaturen?
Sorgen mach ich mir keine, denen geht es gut, die sind vollgefressen, die Larven sind sehr fein zusammen getragen, die Arbeiterinnen schauen mal wieder raus, wenn ich sie anschau ^^
Was mich interessiert wäre folgendes:
Soll ich sie in die Winterruhe schicken? Soll ich mit dem Temperaturniveau runter gehen? Ich könnte sie bei etwa konstanten 15 Grad lagern (Naturkeller, der etwa Erdtemperatur aufweist) oder ich lasse sie den Bedingungen ausgesetzt? Wie gesagt, 2 Wochen 15 Grad, jetzt 3 Tage 32 Grad, dann wieder 4 Tage Regen. Stört das ihren biologischen Rhytmus nachhaltig? (kann ich mir eher weniger vorstellen)
Danke schonmal für die Meinungen dazu!

Zum Abschluss noch ein paar Bilder der Kolonie.


\\Edit: Ziemlich komisch... heute nachmittag bei heißen 32 Grad hat sich die Königin fast kaum bewegt, vor 2 Minuten konnte ich gerade eine Arbeiterin beobachten, wie sie eine angebotene Raube (Pflaumenwickler) eingetragen hat. Bilder hab ich natürlich auch gemacht, werden nachgereicht. Das erste mal seit 3 Wochen, wie schon beschrieben. Bin mal gespannt wies weiter geht... Wenn sie jetzt, nach fast 2 Wochen Ruhepause wieder aktiv werden, könnts spät in die Winterpause gehen!?
Übrigens: Diese Raupe befällt fast den gesamten Pflaumenbaum. Kann ich empfehlen, wer Zugang zu ungespritzten Zwetschgen hat. Der Vorteil daran ist, wenn die aus der Pflaume herausen sind, dann leben sie ja weier, haben aber keine Nahrung mehr. Dann spinnen sie sich ein und versuchen sich zu verpuppen. So kann man ihnen die Raupe lebend geben, und man sieht sogar, wie die kleine Arbeiterin sie erlegt im Futternapf. Die spinnt sich da ein, bewegt sich nicht, und lebt munter vor sich hin. Wie lange kann ich noch nicht sagen, muss ich mal ausprobieren (Oder kann das wer beantworten?). Eigentlich recht gut für Gründerkolonien, den Eindruck, was ich bisher gewonnen habe.
Frage an einen Experten: Spricht irgendwas gegen die Verfütterung von Pflaumenwicklerraupen (Cydia funebrana)? (\\edit: Wurde eingetragen, und 5 minuten später entsorgt)
lg
syafon
